|
 |
09.04.2002 Taumberuf Lokführer |
     |
 |
 |
 |
 |
|  | |  |
 |
Es war nur ein Gerücht an unserer Schule, denn eigentlich wussten es nur Eingeweihte: Der Fußball-Profi, Weltmeister 1990, Europameister 1996, Weltpokalsieger 1997, Champions-League-Gewinner 1997, Deutscher Meister 1996 ..., Jürgen Kohler besucht das Bert-Brecht-Gymnasium. Und trotzdem erwartete einen sehr freundlichen und lockeren Jürgen Kohler eine große Fan-Schar, mit gezückten Stiften, wartend auf ein Autogramm.
Zukunft als Jugendtrainer
In unserem Interview mit Jürgen Kohler erfuhren wir von dem kleinen Jungen, der nahe einer Eisenbahnlinie wohnte und demnach Lokführer werden wollte. |
 |
|  |
 |
Aber irgendwie kam er über einen Freund zum Fußball, auch wenn er zunächst nicht so großen Erfolg hatte (und sogar in der B 1 bei Waldhof Mannheim von dem Torwart beim Dauerlauf überholt wurde). Der Lokführer in spe entwickelte erst spät, so mit 15 oder 16 Jahren, den Wunsch, Profi-Fußballer zu werden. Doch er blieb - anders als viele andere, die z.B. lieber in die Disco gingen - dabei und der Rest ist Geschichte, zuletzt in Schwarz-Gelb. Nach seiner aktiven Zeit (im diesem Jahr?!) wird er Jugendtrainer beim DFB werden und sich dann um den Fußball-Nachwuchs kümmern.
Jürgen Kohler ist Familienmensch und hat zwei Kinder, bald drei. Zu Beginn seiner Karriere musste die Familie zurückstehen wegen der vielen Zeit, die ein Fußball-Profi unterwegs ist. Aber er kann sich keinen besseren Beruf vorstellen, der - so Jürgen Kohler - nur Vorteile bringt. Aber man braucht auch ein Stück Glück, z.B. um ohne Verletzungen zu bleiben. Trotzdem ist es nicht so leicht, den Beruf des Fußballers zu leben, denn man muss auch auf vieles verzichten. So kommt die Freizeit - gerade am Anfang - zu kurz und man muss sich ständig kontrollieren. Er bereut es wegen seiner Karriere als Fußballer, kein Abitur gemacht zu haben (er hat Mittlere Reife) und möchte dies unbedingt seinen Kindern ermöglichen. Als angehender Spitzen-Sportler ist man gezwungen, schon in frühen Jahren die Entscheidung Sport oder Schule zu treffen.
"Nicht das Geld ist entscheidend, sondern die Titel zu gewinnen"
Der Arbeitstag eines Fußballers beginnt normalerweise mit dem Training um 10 Uhr (, das in der Vorbereitung auch nachmittags um 15 Uhr stattfindet). Für Jürgen Kohler gehört die Kritik zum Geschäft (wir trafen ihn nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen im Februar 2002 - das Ergebnis haben wir vergessen) und damit muss er leben, so dass er dies nicht als Stress ansieht. Als Fußballer muss man zielstrebig sein, daran Spaß haben und versuchen, seinen Weg zu gehen. Er rät allen, die Dinge beruflich zu tun, die einem Freude machen. Obwohl Jürgen Kohler bestimmt nicht schlecht verdient (wir haben nicht gefragt!), aber für ihn ist das Geld nicht entscheidend, sondern die Titel, die man gewinnt.
"Berufe rund um den Fußball" ist ein Projekt des Dortmunder Bert Brecht Gymnasiums, das von Schulen ans Netz und fussballD21 unterstützt wird.
Sämtliche Infos: www.lo-net.de/home/fileccia/fussball Schuladresse: www.bert-brecht-gymnasium.de |
 |
|  |  | |
 |
 |
|  |
|  |