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FD21 über Talentförderung in der ehemaligen DDR

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René Müller über
den Jugendfußball im Osten

René Müller war Nationaltorwart der DDR und spielte auch in der Bundesliga bei Dynamo Dresden.
Hier berichtet er über die Fußball-Ausbildung in der früheren DDR und was wir daraus lernen können.
René Müller über ...
... die Ausbildung im Jugendfußball in der früheren DDR In der DDR war die Talentförderung in den olympischen Sportarten sowie im Fußball gleich organisiert. Es gab zum einen Trainingszentren, in welchen zweimal wöchentlich trainiert wurde. Darauf bauten die Kinder- und Jugendsportschulen auf. Hier fand der schulische Unterricht und das sportliche Training gemeinsam statt. Wöchentlich trainierten die Fußballer fünfmal und spielten am Wochenende im der Schule angegliederten Verein. Außerdem hatten wir natürlich auch Junioren-Auswahlteams und Jugend-Nationalmannschaften.
... die Ziele der Ausbildung Neben der fußballerischen Ausbildung sind wir auch an einer positiven persönlichen Entwicklung der Spieler stark interessiert und arbeiten unter anderem mit den öffentlichen Schulen zusammen. Wir suchen natürlich immer nach charakterstarken Spielern. Im Fußball sollen die Spieler zu einem wettkampfgerechten Verhalten erzogen werden. Alles, was wir trainieren, muss dem Spieler auch im Wettkampf nutzen. Es bringt nichts, wenn ein Spieler den Ball 1000 Mal jonglieren kann, aber das Tor nicht trifft. Psychisch bereiten wir die Talente auf den Umgang mit dem Leistungsdruck vor. Natürlich müssen sie auch lernen, mit der besonderen Situation in einem ausverkauften Stadion umzugehen.
... den eigenen sportlichen Werdegang innerhalb dieser Talentförderung Ich selbst habe all die beschriebenen Stufen der Talentförderung durchlaufen. Ich spielte bei einem kleinen Verein, Chemie Markkleeberg. Damals war ich eigentlich Feldspieler, spielte bei einem Turnier mit der Bezirksauswahl aber einmal vertretungsweise im Tor. Ausge-rech-net hier wurde ich gesichtet und dann verspätet mit 10 Jahren in das Trainingszentrum übernommen. Anschließend wechselte ich den Verein zu Lok Leipzig und kam somit auch in die Kinder- und Jugendsportschule. Mit 18 Jahren machte ich mein erstes Spiel in der Oberliga, der damals höchsten Spielklasse in der DDR. Über die U21 kam ich mit 20 Jahren in die A-Nationalmannschaft.
... die Trainingsinhalte in der Kinder- und Jugendsportschule Einige Inhalte des damaligen Trainings sollte man auch für die heutige Ausbildung junger Fußballer übernehmen. Ganz bedeutend war, dass Fußball als Ganz-Körper-Sportart gesehen wurde. So wurden wir nicht nur fußballerisch ausgebildet, sondern erhielten eine komplette Körpererziehung. Wir trainierten fünf Mal in der Woche, wobei montags immer andere Sportarten ausgeübt wurden. So waren wir sehr oft Schwimmen oder Turnen. Boden- und Geräteturnen war sogar ein Schwerpunkt unserer Ausbildung und schulte sehr gut unsere Bewegungsgeschicklichkeit. Im Fußball stand natürlich das Techniktraining im Vordergrund. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass wir häufig Dribbelparcours absolvierten oder selbstständig mit der Wand verschiedene Jonglierübungen machten.
... die heutige Ausbildung im Jugendfußball in Ostdeutschland Die heutigen sportbetonten Schulen haben das größtenteils doch sehr gute Modell der Kinder- und Jugendsportschulen leider nur halbherzig aufgegriffen. Inzwischen bin ich beim VFC Plauen tätig, wo wir derzeit versuchen, die jungen Fußballer schon frühzeitig vor Ort auszubilden. Wir starten mit dem Schulfußball in der zweiten Klasse der Grundschule und wollen talentierte Jugendfußballer in unseren Verein integrieren. Die Spieler trainieren dann vier Mal in der Woche bei uns, wobei wir drei Trainingseinheiten mit dem Schwerpunkt Fußball und eine Trainingseinheit mit dem Schwerpunkt Koordination anbieten. Fußball wird bei uns von ausgebildeten Trainern und Diplomsportlehrern gelehrt. Derzeit trainieren wir 150 Kinder, möchten aber irgendwann einmal 300 Kinder und Jugendliche ausbilden.
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