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Verletzungsrisiken im Winter |
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Gerade in der Winterzeit häufen sich die Verletzungen im Jugendfußball. Dr. Thomas Frölich, Physiotherapeut und langjähriger Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, gibt Tipps für Erstversorgung bei Verletzungen. |
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Spielausfälle im Winter: "Die Gesundheit hat Priorität!" |
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Winterszeit = Verletzungszeit. Dies ist eine alte Weisheit im Fußball. Denn wenn der Untergrund gefroren ist, die Außentemperatur sich der Null-Grad-Grenze nähert, holt man sich schneller eine Zerrung oder eine Bänderverletzung als unter idealen Bedingungen im Sommer. |
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Umso wichtiger ist die Verletzungsvorbeugung, auch Prophylaxe genannt. Dr. Thomas Frölich ist Sportarzt in Böblingen, war lange Jahre beim VfB Stuttgart zuständig für die Gesundheit der Bundesligaspieler. Und er weiß: "Immer wieder gibt es Verletzungen, die bei einer entsprechenden Prophylaxe zu verhindern gewesen wären".
Der Arzt empfiehlt deshalb ein paar Grundregeln, unabhängig vom Alter der Spieler und unabhängig von der Spielklasse: Wichtig ist vor allem ein guter Trainingszustand - auch für Jugendspieler. Frölich: "Ein schlecht trainierter Spieler ist anfälliger für Verletzungen als ein gut trainierter. Ebenso ist ein bereits angeschlagener Spieler stark gefährdet." Dies betreffe, so Frölich, nicht nur Muskelverletzungen. Frölich: "Auch Blessuren, die im Zweikampf entstehen, können von austrainierten Spielern eher vermieden werden, da sie den Zweikämpfen besser ausweichen können." |
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Die Grundlage: ausgewogene Ernährung und genug Schlaf |
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Ganz wichtig ist für den Arzt aus Böblingen ein solider und gesunder Lebenswandel. "Und damit meine ich nicht nur den Abend vor dem Spiel", sagt Thomas Frölich. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf sei eine Grundvoraussetzung für eine möglichst verletzungsfreie Fußballzeit. Wobei die wichtige Zeit, die oft unterschätzt wird, die Phase nach dem Spiel und nach dem Training ist. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel -dies ist vielleicht eine Phrase, aber man weiss inzwischen, dass die Stunden nach dem Spiel die wichtigsten für die Regeneration sind. Ein Bier unmittelbar nach dem Spiel für die A-Junioren? Da runzelt der Fachmann die Stirn. Gerade nach dem Spiel sei es wichtig, den Körper wieder aufzutanken - aber nicht in Form von Alkohol. Auch die Zigarette nach dem Spiel sei einfach Gift, so der Mediziner, unabhängig von der Spielklasse der Sportler.
Thomas Frölich appelliert an alle, die im Jugendfußball tätig sind, jetzt in der Winterzeit die richtigen Entscheidungen zu treffen - auch wenn die bei den jungen Spielern nicht immer positiv ankommen. Beispiel: Der Untergrund ist zwar ein bißchen gefroren - aber die Jugendspieler haben sich jetzt so auf dieses Spiel gefreut - also tut man auch alles, um es durchzuziehen. Es ist zwar eiskalt und der Boden sieht wirklich nicht gut aus - aber jetzt ist man schon hier auf dem Sportplatz. Soll die Gästemannschaft noch einmal herfahren? Vielleicht erst im Frühjahr abends? Wieder Fahrer suchen, wieder die Spieler zusammentrommeln? Soll man unverrichteter Dinge wieder heimgehen, gerade jetzt, wo man sich so auf dieses Spiel gefreut hat? Alles keine Argumente, sagt Thomas Frölich. Absolute Priorität hat die Gesundheit. Und wenn der Untergrund auch nur ein kleines Risiko beinhaltet für eine Verletzung, kann das Spiel nicht stattfinden. "Das Jahr hat 52 Wochen", sagt Thomas Frölich, "und bisher ist noch jede Saison rechtzeitig zu Ende gespielt worden, egal wie viele Spiele nachgeholt werden mussten." Zu tiefer Boden, zu rutschiger Boden, gefrorener Boden, hier liegen oft die Ursachen für die Verletzungen. Und wenn schon gespielt werden muss, ist ein adäquates Schuhwerk unverzichtbar. |
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Wenn's passiert ist: das PECH-Schema |
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Doch trotz aller Vorsicht erwischt es immer wieder Spieler. Fußball ist ein Kampfspiel und manchesmal sind Verletzungen nicht zu vermeiden. Thomas Frölich: "Da ist es dann wichtig, Verletzungen richtig auszukurieren." Er weiss aus seiner Tätigkeit in der Bundesliga, dass es immer wieder ganz wichtige Spiele gibt, in denen es angeblich um alles geht. "Aber was nützt es einem Spieler bzw. dem Verein, wenn der angeschlagene Stürmer in einem solchen Spiel spielt und dann acht Wochen ausfällt?
Für die Verletzung hat er als erste Hilfe die "Pech-Maßnahmen" entwickelt. Vier Maßnahmen stehen für eine gute Erstversorgung: Pause - Eis - C(K)ompression - Hochlagerung. Unter Kompression versteht der Arzt einen Druckverband auf die verletzte Stelle. Und dabei gibt es, so Thomas Frölich, nur eine Ausnahme: Bei Verdacht auf Knochenbruch soll kein Druckverband angelegt werden.
Eine ordentliche Erst-Versorgung ist aber nicht nur bei Muskelfaserrissen oder bei anderen gravierenden Verletzungen während des Spiels wichtig. Auch bei kleineren Blessuren, die während des Spieles entstanden sind und die sich meistens über Nacht verschlimmern, werden solch sorgfältige Maßnahmen nach dem Spiel dringend empfohlen.
Zum Abschluß appelliert Thomas Frölich an alle Trainer und Betreuer, gewisse Standards wie ausreichender Impfschutz ebenso wie ärztliche Sporteingangs- und gegebenenfalls auch Kontrolluntersuchungen einzuhalten.
Verletzungsprophylaxe: - Guter Trainingszustand - Adäquate Technik - Solider, gesunder Lebenswandel (ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf) - Ausreichende Regeneration - Gutes Schuhwerk - Auf Körpersignale achten (Schmerzen) - Verletzungen richtig auskurieren - Ausreichender Impfschutz, ärztliche Sporteingangs- und gegebenenfalls Kontrolluntersuchungen |
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