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EM 1996: Das Golden Goal macht Deutschland zum Europameister

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Die politischen Veränderungen der 80er und 90er Jahre gingen auch am Fußball nicht spurlos vorbei. Durch die Aufteilung Jugoslawiens und der UdSSR erschienen viele neue Länder auf der Fußball-Landkarte Europas. Das wirkte sich auf die Europameisterschaften aus: Erstmals wurde 1996 in England eine EM-Endrunde mit 16 Mannschaften ausgetragen, die zunächst in vier Vierergruppen die acht Teilnehmer des Viertelfinales ermittelten.

Andy Köpke in Topform

Mit dabei war auch die deutsche Mannschaft, die in der Qualifikation wenig Mühe gehabt hatte, sich in einer Gruppe mit den ebenfalls qualifizierten Bulgaren, Georgien, Wales, Moldawien und Albanien durchzusetzen.

Anspruchsvoller wurde es zum Auftakt der Endrunde. Tschechien, Italien und Russland hießen die Gegner in Gruppe 3. Die DFB-Elf zeigte sich sehr abwehrstark, insbesondere Torwart Andreas Köpke präsentierte sich in herausragender Form. So blieb die von Berti Vogts betreute Mannschaft in den drei Gruppenspielen ohne Gegentor und zog als Erster ins Viertelfinale ein.

England scheitert im Elfmeterschießen

Dort hieß der Gegner Kroatien. Das Team um Superstar Davor Suker machte es der deutschen Mannschaft schwer, doch letztlich reichten Tore von Jürgen Klinsmann (Elfmeter) und Matthias Sammer zu einem 2:1-Sieg.

Im ersten Halbfinale traf Tschechien auf Frankreich. 120 Minuten tat sich auf dem Spielfeld wenig, so dass das Elfmeterschießen entscheiden musste. Die Tschechen hatten die besseren Nerven, der damalige Kaiserslauterer Miroslav Kadlec verwandelte den entscheidenden Elfer.

Tschechiens Finalgegner wurde zwischen Deutschland und Gastgeber England ermittelt. Es entwickelte sich ein hochdramatisches Spiel, in dem Stefan Kuntz die Führung der Engländer durch Shearer bereits in der 16. Minute ausgleichen konnte. Trotz großartiger Chancen vor allem für die Briten blieb es bis zum Ende der Verlängerung beim 1:1. Im Elfmeterschießen konnte Andreas Köpke den Versuch von Gareth Southgate parieren. Andreas Möller verwandelte anschließend und schickte die DFB-Elf damit ins Finale.

Bierhoff erzielt Golden Goal

Im Endspiel gingen die Tschechen durch einen Strafstoß in Führung. Trainer Berti Vogts bewies ein glückliches Händchen, als er anschließend Stürmer Oliver Bierhoff einwechselte. Der köpfte nämlich zunächst den Ausgleich und traf in der Verlängerung noch ein zweites Mal. Dies war das erste Golden Goal der EM-Geschichte. Das Spiel war sofort beendet, Deutschland zum dritten Mal nach 1972 und 1980 Europameister.
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