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Interview mit Stefan Reuter

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Der Kapitän bei Dortmund
Der amtierende Deutsche Meister Stefan Reuter erzählt dir alles über die Rolle des Kapitäns bei einer so erfolgreichen Mannschaft wie Borussia Dortmund.
Die Rolle des Mannschaftsführers: Vergiss nie, dass die Rolle des Kapitäns ein Ehrenamt ist, das Dir von Deinen Mitspielern und Deinem Trainer aufgetragen wurde. Nutze es im Sinne der Mannschaft. Sei für Deine Mitspieler immer ein guter Ansprechpartner, der zuhört und - wenn möglich - Rat geben kann.

Oft ist der Kapitän ja einer der erfahrenen Spieler, der auf und außerhalb des Platzes schon Einiges mitgemacht hat. Sei bereit, diese Erfahrung weiterzugeben, denn wenn Du Deinen Mitspielern hilfst, hilfst Du auch Dir selbst. Scheue Dich nicht, Verantwortung zu übernehmen. Wenn Du das mit Freude und Überzeugung machst, wirst Du sehen, dass Deine Aufgabe keine Belastung darstellt. Bei mir war es eigentlich immer so, dass ich eine gute Akzeptanz in den Mannschaften hatte, in denen ich gespielt habe. Das ist ein gutes Gefühl. Du weißt, dass Du mehr tun kannst für Dein Team, als nur für Dich Dein Spiel zu spielen.

Aber die Binde bedeutet nicht, dass Du der einzige Spieler bist, der Verantwortung übernehmen muss. Gerade in brenzligen Situationen auf und außerhalb des Spielfeldes muss es mehrere Typen geben, die bereit sind, die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Einer allein wäre damit überfordert.

Und denke daran: Alles ist gut, was die Mannschaft nach vorne bringt. Ich gehöre bestimmt nicht zu den Lautsprechern, aber ich habe immer klar und deutlich meine Meinung gesagt, und das ist akzeptiert worden. Ich würde aber auch zu meinen Mitspielern hingehen, sie aufmuntern oder auffordern, wenn ich nicht Kapitän wäre.

Gerade als älterer Spieler sollte man immer versuchen, positiv Einfluss zu nehmen. Schau Dir den Jürgen Kohler an: Der war immer bereit, jungen Kollegen wie Christoph Metzelder etwas von seinem Erfahrungsschatz abzugeben. Und die Jungs haben es gedankt, indem sie in den wichtigen Spielen, in denen wir enorm unter Druck gestanden haben, nicht eingeknickt sind. Die sind unglaublich gut mit der Situation umgegangen, weil sie die nötige Hilfestellung bekommen haben.

Und so profitiert der eine vom andern. Bei uns hat das vorzüglich funktioniert. Nur so kannst Du Deutscher Meister werden.
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