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Interview mit Stefan Reuter und Jürgen Kohler

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Fortsetzung des Interviews
Jürgen Kohler und Stefan Reuter über ihren Werdegang.

Nebenbei geben sie noch Tipps für die Talente von heute.
Aber da muss man erst einmal hinkommen. Ihr wart ja nicht immer Stars. Kohler: Natürlich nicht. Am Anfang war der Spaß. Keiner sollte Fußball spielen, weil es die Eltern oder die Freunde wollen. Es muss aus Dir selbst heraus kommen, dann wird es auch gut. Ohne den Spaß am Fußball hätte ich nie so lange als Profi spielen können. Fußball war für mich immer mehr als ein Job. Es war und ist Leidenschaft.
Bestand Eure Kindheit aus Fußball, Fußball, Fußball? Reuter: Ja klar, Fußball hat schon einen großen Stellenwert gehabt, auch wenn ich in Dinkelsbühl, wo ich groß geworden bin, auch andere Sportarten ausprobiert habe. Aber eigentlich war klar, dass ich Fußball spiele. Mein ehemaliger Jugendtrainer wohnte bei mir in der Nachbarschaft und hat mich mitgenommen zum TSV 1860 Dinkelsbühl, wo ich mit dem Kicken angefangen habe. Aber es gab nicht nur den Verein, es gab den Schulhof, Garagen- und Scheunentore. Wir haben überall gespielt.
Waren Eure außergewöhnlichen Fähigkeiten auf dem Platz gottgegeben, oder habt Ihr viel dafür getan? Reuter: Sowohl als auch. Meine Eltern waren vorzügliche Sportler. Mein Vater war ein toller Läufer, meine Mutter hat Handball gespielt. Da bekommt man natürlich einiges mit. Also liegt mein Fußballtalent wohl in den Genen. Aber man kann im Training immer etwas verbessern. Ich war schon immer ein eifriger Arbeiter. Schon als Schüler habe ich neben Fußball Leichtathletik betrieben, um meine läuferischen Fähigkeiten zu verbessern. Das hat mir enorm geholfen. Ich halte es überhaupt für wichtig, eine vielseitige Ausbildung im Sport zu haben. Bei meinen drei Kindern lege ich darauf größten Wert. Es bringt einfach jede Menge für die Koordination und das Bewegungsgefühl. Deshalb kann ich nur jedem raten: Probiert alles aus, was Euch Spaß macht. Wo Eure besonderen Stärken und Interessen liegen, das kristallisiert sich schon schnell genug raus.
Kohler: Bei war es in aller erster Linie harte Arbeit, die mich zu einem guten Fußballer gemacht hat: Als ich mit 15 Jahren aus meinem Dorf Lambsheim zum ersten Mal zu Waldhof Mannheim kam, um da bei der B-Jugend Fuß zu fassen, haben die erst einmal einen Coopertest gemacht. Da muss man zwölf Minuten laufen, und selbst der dritte Torhüter ist noch schneller gewesen als ich. Der Trainer von der B1 war natürlich nicht begeistert und hat mich gefragt, ob ich nicht lieber in der B3 spielen will. Das hat mich gewurmt, und ich bin abends bei uns im Wald laufen gegangen. Neben dem Training in Mannheim und den Schulaufgaben. Nach vier bis sechs Wochen sind dann alle anderen hinter mir hergerannt. Das hat meinem Trainer natürlich imponiert und er hat mich in der ersten Mannschaft mitspielen lassen.
Was hat euch bewogen mit der Stiftung Fußballforschung das Portal fussballD21 zu gründen? Reuter: Als sich unsere Gruppe vor knapp zwei Jahren beim DFB-Lehrgang für Fußball-Lehrer traf, entstand die Idee unser Wissen an Kinder und Jugendliche weiterzugeben. Schließlich haben auch wir mal klein angefangen und waren froh um jeden Tipp, den wir bekommen haben. Über das Internet und bei vielen Aktionen im direkten Kontakt mit den Kids wollen wir ihnen unseren Spaß am Fußball und all die Dinge, die wir im Laufe unserer Karrieren gelernt haben, vermitteln.
Kohler: Natürlich geht es uns mit dieser Initiative in erster Linie nicht darum die kommende Nationalmannschaft auszubilden, sondern die Kinder wieder auf den Bolz- und Fußballplatz zu bringen. Dabei ist es fast völlig egal, ob sie in der Schule, im Verein, im Hinterhof oder auf dem Bolzplatz spielen. Fußball findet überall dort statt, wo die Kids es wollen. Und wenn auf diese Weise doch der eine oder andere Bundesligastar geboren wird, dann soll es uns nur recht sein.
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