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Interview mit Rektorin Ulrike Becker

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Aufbruchsstimmung
in Dresden
Die Schulleiterin des Sportgymnasiums Dresden, Frau Ulrike Becker, äußert sich zur Situation der Sportschulen allgemein und speziell in Dresden. Darüber hinaus wagt Sie einen Blick in die Zukunft, die in Dresden unter anderem mit der Kooperation von Dynamo und FV Dresden-Nord auf Vereinsebene sowie der Beteiligung an der Olympiabewerbung Leipzigs offensiv angegangen wird.
Was unterscheidet das Sportgymnasium Dresden von einem normalen Gymnasium? Was wird getan, um den Fußballnachwuchs zu fördern? Der Unterschied zu einem normalen Gymnasium ist der, dass Sport Hauptfach ist. Fußballer haben im Profilsport und auch im Leistungskurs eine Ausbildung, die auf die Sportart Fußball zielt. Im Rahmen ihrer Abiturprüfung können sie Fußball als einen Teil ihrer Leistungskursprüfungen machen, so dass innerhalb der schulischen Ausbildung schon ihre sportliche Ausrichtung gefördert wird.
Eine Besonderheit des Sportgymnasiums in Dresden ist zudem, dass wir zu den Schulen gehören, die vom DFB gefördert werden (finanziell und durch die Bereitstellung von Training).
Wie viele Sportgymnasien gibt es in Deutschland und wo sind diese? Die Schulen heißen ganz unterschiedlich. Man kann sich eigentlich nur auf den Begriff "Sportbetonte Schule" einigen. Insgesamt gibt es 19 der ehemaligen KJS (Kinder- und Jugendsportschule), die als solche Schulen weitergeführt worden sind. Die haben ähnliche Strukturen wie das Sportgymnasium Dresden und sind alle in den neuen Bundesländern.
Inzwischen gibt es aber auch ungefähr 20 weitere Schulen in den westlichen Bundesländern. Das sind keine Sportgymnasien in unserem Sinne, sonder Schulen, denen ein Sport-Zweig angegliedert ist. Meist werden dort nur 3 - 5 verschiedenen Sportarten angeboten, aber es gibt einen Sport-Betonten-Zweig. Diese Einrichtungen zählt man inzwischen auch zu den Sport-Betonten-Schulen.
In der Zeitung wurde von den aktuellen Plänen für das neue Sportgymnasium im Ostragehege berichtet, das bis Mai 2005 fertig gestellt werden soll. Wie ist ihre Meinung dazu? Das wäre ein Segen für die Schule. Vor allem würde es das größte Problem verringern: die hohen Wegezeiten der meisten Sportler. Sie verbringen zw. 8 - 10 Std. in der Woche allein damit, zwischen Wohnort und Schule oder Trainingsort und Wohnort zu pendeln. Fast 85% der Schüler könnten in unmittelbarer Nähe zum Wohnort trainieren, wenn wir ins Ostragehege umziehen würden. Dort gäbe es Trainingsmöglichkeiten für Volleyballer, Leichtathleten, Turner, Fußballer und viele mehr, eine 3-Felder-Halle wäre im Schulkomplex integriert. Ein Umzug würde das Arbeiten in der Schule erleichtern, sowie die Trainingsbedingungen vereinfachen.
Das Dresdner Sportgymnasium gehört zu den traditionsreichsten in ganz Deutschland. Was hat sich seit der Zeit, als Sammer, Jeremies, Kirsten und Zickler hier zur Schule gingen, verändert? Es hat sich eine ganze Menge verändert, zum Beispiel die Zusammensetzung der Klassen. Früher war in einer Klasse ausschließlich eine Sportart. Das ging soweit, dass Matthias Sammer eine Klasse war. Sein Klassenbuch hieß Matthias Sammer. Unterricht gab es nur, wenn er da war. Das konnte auch in den Ferien sein. Dies machte natürlich die ganze Organisation leichter, denn man konnte Sport und Schule besser miteinander verbinden. Heute sind Schüler mit 3 - 8 verschiedenen Sportarten in einer Klasse zusammengefasst. Daraus ergibt sich, dass man als Lehrer nicht mehr auf die einzelnen Spielverpflichtungen der einzelnen Schüler/Sportler Rücksicht nehmen kann, weil die Wettkämpfe der verschiedenen Sportarten nie zur gleichen Zeit stattfinden. Das ist vor allem bei den Klassen mit Sommer- und Wintersportarten der Fall. Heute ist es schwieriger als früher Schule und Sport unter einen Hut zu bringen.
Haben sie noch Kontakt zu den inzwischen berühmten ehemaligen Sportschülern? Ja, natürlich! Da hat sich vor allem während des Hochwassers gezeigt. Matthias Sammer hat beispielsweise für das Sportgymnasium gespendet. Wir haben noch Kontakt zu Olympiasiegern wie zum Beispiel Marc Huster oder Kerstin Förster. Marc Huster war sogar zu einem Projekttag da, aber auch viele andere Sportler haben noch engen Kontakt zur Schule.
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