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Fortsetzung des Interviews

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Rektorin Ulrike Becker vom Sportgymnasium Dresden steht Rede und Antwort

Dresden hat einiges vor. Kooperationen und die Mitbewerbung für die Olympiade 2012 sollen den Sport in Dresden wieder nach vorne bringen.
Sammer, Jeremies, Kirsten, Zickler und viele andere inzwischen berühmte Fußballspieler kommen aus Dresden. Wie sehen sie den aktuellen Stand der Talente in Dresden? Wir sind der Meinung, dass auf dem Gebiet noch einiges gemacht werden muss. Auch nach der Zeit von Kirsten, Sammer usw. haben wir einige erfolgreiche Fußballspieler gehabt, die auf das Sportgymnasium Dresden gingen, wie zum Beispiel Silvio Schröter oder Lars Jungnickel (beide Energie Cottbus). Meiner Meinung nach haben wir zurzeit zu wenige Fußballspieler, die im Nationalteam oder in der 1. bzw. 2. Bundesliga auftauchen. Deshalb denke ich, dass die Fußballausbildung in Dresden weiter verbessert werden muss, so dass wieder mehr Fußballtalente in Dresden ausgebildet werden und dann auch in den entsprechenden Mannschaften spielen können. Schließlich spielen ja auch Dinge wie Zustand der Plätze oder Zustand des Stadions eine große Rolle.
Viele Fußballtalente aus Dresden werden von Vereinen aus dem Westen mit Topangeboten und viel besseren Trainingsbedingungen angelockt, wie aktuell z.B. Michael Lerchl. Wie kann man das aufhalten? Dagegen kann man erstmal nichts machen. Es ist so, dass ab einem gewissen Alter (für meine Begriffe beginnt das zu früh) auch finanzielle Angebote da sind. Ich glaube, die einzige Möglichkeit, Talente in Dresden zu halten oder auch selbst Talente aus anderen Regionen herzuholen, besteht darin, bessere Bedingungen für die Ausbildung im Fußball zu schaffen.
Das bedeutet: nicht nur die Schule, sondern auch die entsprechenden Trainingsbedingungen, die derzeit zum Teil nur eingeschränkt da sind, müssen stimmen. Bei FV Dresden Nord sind sie meiner Ansicht nach gut, bei Dynamo Dresden halte ich sie im Moment für nicht ausreichend (Plätze, Umkleidekabinen usw.). Außerdem muss ein fachgerechtes Training durch die Vereine gewährleistet sein, auch da gibt es in den Vereinen zurzeit einige Schwierigkeiten. Nur indem man diese Rahmenbedingungen verbessert, kann man Talente hier halten oder auch herholen.
Was halten sie von der Zusammenarbeit der beiden führenden Clubs in Dresden, Dynamo Dresden und FV Dresden Nord, im Bereich des Nachwuchsfußballs? Die ist sicherlich sehr schwierig, aber es gibt ja erste Erfolge, beispielsweise die wahrscheinliche Qualifikation der A-Jugend für die neue Junioren-Bundesliga. Das muss unbedingt weitergehen. Ich glaube, dass der Dresdner Fußball keine Zukunft hätte, wenn jeder Verein für sich arbeiten würde. Nur gemeinsam lassen sich Nachwuchsmannschaft zusammenstellen, die dann auch den nötigen Erfolg haben können.
Durch den Aufstieg von Dynamo in die Regionalliga haben die Fans in Dresden wieder Hoffnung geschöpft, ein Zuschauerschnitt von 8.000 Zuschauern pro Spiel verdeutlicht das. Was sagen sie zu dieser unglaublichen Fangemeinde? Erstmal denke ich, dass Dresden eine sehr sportbegeisterte Stadt ist, was sich nicht nur bei Fußball, sondern auch bei Volleyball oder Eishockey zeigt. Das alles hat ja eine große Rolle bei der Olympia-Bewerbung von Leipzig mit den Partnerstädten gespielt.
Bei der Fangemeinde habe ich eine zweigeteilte Meinung. Auf der einen Seite ist es natürlich positiv, dass die Fans in schweren Zeiten zu ihrem Verein halten. Auf der anderen Seite ist mir das Ausmaß an Ausschreitungen aber viel zu hoch und ich denke, dass dies kein gutes Aushängeschild für die Stadt Dresden ist.
Zum Abschluss noch ein Wort zur Olympiabewerbung 2012: Welche Chance sehen sie für Leipzig und seine Partnerstädte sich international gegen Städte wie z.B. New York durchzusetzen? International ist es sicherlich sehr schwer sich durchzusetzen. Trotzdem bringt allein die Bewerbung für den Sport in Sachsen und Dresden ein weiterer Aufschwung mit sich. Dieser Aufschwung hat sich schon seit eineinhalb Jahren merkbar gemacht. Das sieht man vor allem daran, wie schnell es neue Pläne für das "neue" Sportgymnasium gibt. Die Pläne bekamen vor kurzem vom Stadtrat eine breite Zustimmung. Durch die Olympiabewerbung 2012 kann dieser Schwung im Sport nur gefördert werden.
Ein Wehrmutstropfen ist lediglich, dass nur wenige Disziplinen in Dresden ausgetragen werden sollen, wie zum Beispiel Spiele der Fußball - Vorrunde.
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