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Interview mit Stefan Reuter und Jürgen Kohler |
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Deutscher Meister 2002 |
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Vor wenigen Wochen sind die beiden Routiniers Deutscher Meister geworden und haben eine ganze Stadt in den Ausnahmezustand versetzt. Sie geben dir einen Einblick in ihr Leben als Fußballprofi. |
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| Auch wenn jetzt die WM läuft, sind die Eindrücke vom Gewinn der Meisterschaft mit dem BVB noch frisch. Welche Momente sind für einen Fußballer die intensivsten? |
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Reuter: Die unmittelbar nach dem Spiel, vor allem wenn es so spannend und dramatisch gelaufen ist wie gegen Bremen. Dieser unglaubliche Jubel nach dem Abpfiff, so etwas wird für immer im Gedächtnis bleiben. Und natürlich der Moment, in dem ich die Schale in die Hand nehmen durfte. Das bleibt unvergesslich. Solche Dinge kann man eigentlich nur im Mannschaftssport erleben. |
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Kohler: Für mich war das Bewegendste und Emotionalste das Erlebnis, mit einem Titel meine Karriere beenden zu dürfen. Das war für mich das Wichtigste und hat mich unheimlich berührt. Wenn Du diese Kulisse hier im Westfalenstadion gesehen und miterlebt hast, das vergisst Du nie. |
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| Wobei die ergreifendsten Szenen bei Dir ja schon vor dem Spiel gegen Bremen stattgefunden haben. Es gab viele im Westfalenstadion, die bei Deinen Tränen nicht anders konnten und mitgeweint haben. |
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Kohler: Ja natürlich, das ging schon wahninnig tief rein. Wenn Du sieben Jahre für einen Verein gespielt hast und Dir der Klub und die Menschen so sehr ans Herz gewachsen sind, dann kommen halt die Emotionen hoch. Ich hab den Leuten hier in Dortmund und der Umgebung zu verdanken, dass ich heute so bin, wie ich bin. Das muss man mal ganz deutlich so sagen. Der Abschied fällt schwer, das ist ganz klar. |
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| Gewöhnt man sich an das Gefühl, Deutscher Meister zu werden? |
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Reuter: Nein, nie. Es bleibt immer etwas Außergewöhnliches. Für mich war der Gewinn der Meisterschaft in diesem Jahr ein Herzenswunsch, weil wir mit dem BVB ein paar schwierige Jahre hinter uns hatten. Immerhin wären wir vor zwei Jahren fast abgestiegen. Umso schöner ist es dann, wieder ganz oben zu stehen. |
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| Christoph Metzelder hat nach dem letzten Spieltag gesagt, für ihn sei ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Haben Sie früher auch davon geträumt, einmal Meister zu werden? |
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Reuter: Ich glaube, davon träumt wohl jedes Kind. Allein schon, in ein solches Stadion einzulaufen und vor solch einem Publikum spielen zu dürfen, ist wie ein Geschenk. Mit der Zeit gewöhnt man sich dran, aber Spiele wie das letzte dieser Saison sind immer noch absolute Highlights. |
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Kohler: Bei mir war das komischerweise ganz anders: Als Bub habe ich eigentlich nie daran gedacht, Meister zu werden oder ähnliches zu erreichen. Ich war dem Fußball verfallen. Mit Haut und Haaren. Ich habe Fußball immer geliebt, und das war für mich immer die Antriebsfeder. Ich musste mir keine Titel ausmalen. Ich habe gespielt, das war alles. |
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| Nicht jedes Kind hat eine Karriere vor sich wie ein Stefan Reuter oder ein Jürgen Kohler. Dennoch sollte sich jeder Ziele setzen. Welche? |
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Reuter: Das wichtigste ist der Spaß. Der war ja auch bei uns der Hauptgrund, warum wir begonnen haben, Fußball zu spielen und es immer noch mit Liebe und Hingabe tun. Der Spaß muss immer an erster Stelle bleiben, alles andere kommt dann von ganz allein. Und wenn man dann später sein Hobby zum Beruf machen kann, ist das ein absoluter Glücksfall. Aber wichtiger als alles andere ist dieses wunderbare Glücksgefühl, wenn Du mit Freunden vor den Ball trittst. |
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Kohler: Das sehe ich genauso wie der Stefan. Auch ich habe es immer so empfunden, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Ich bin Gott dankbar dafür, dass ich 19 Jahre als Fußballprofi wirken durfte. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Allein das ist ein nicht zu unterschätzendes Privileg. Dass dabei Titel und Meisterschaften rausgekommen sind, das kam später dazu, war aber erst mal nicht so wichtig. Später, wenn Du Deinen ersten Titel gewonnen und Blut geleckt hast, dann wird das zur Antriebsfeder für Dich. Die Anerkennung der Menschen für meine Leistung ist mir mehr wert als alles Geld der Welt. |
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