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FD21 über das Stürmerverhalten

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Stefan Kuntz über das Stürmerspiel

Stefan Kuntz spielte für den VfL Bochum und den 1. FC Kaiserlautern in der 1. Bundesliga und wurde 1986 (22 Treffer) sowie 1994 (18 Treffer) Torschützenkönig. 1996 gewann er mit der deutschen Nationalmannschaft die Europameisterschaft.
Ein Stürmer dribbelt zum Tor häufig frontal auf den verteidigenden Spieler zu. Wie verhält sich ein Angreifer in dieser Zweikampfsituation richtig? Als Stürmer solltest du immer kontrolliert, aber in höchstem Tempo dribbeln. Führst du den Ball auf einen Gegner zu, versuche das Dribbeltempo hoch zu halten. Soll der Verteidiger mit einer Finte ausgespielt werden, locke ihn mit deinem Dribbling zunächst auf eine Seite. Dann setze die Finte in ausreichendem Abstand zum Gegner an, erhöhe nach dem Trick dein Tempo und nutze so den gewonnen Bewegungsvorsprung im Dribbling zur Gegenseite aus.
Wie sollte man als Stürmer agieren, wenn man mit Ball auf einer Höhe zum Abwehrspieler auf das Tor zudribbelt? Ganz entscheidend ist in dieser Situation, den Ball abzuschirmen. Dazu solltest du deinen Körper zwischen Ball und Gegner halten. Optimal ist, wenn du einen kleinen Vorsprung hast und den Laufweg des Verteidigers im Dribbling kreuzen kannst. So muss der Abwehrspieler kurz abbremsen, damit er dich nicht foult. Ist ein Kreuzen nicht möglich, versuche den Ball überraschend zu stoppen und dann im Tempo am Gegner vorbei in eine neue Richtung zu starten.
Agiert ein Stürmer in der vordersten Angriffsposition, hat er meistens einen Verteidiger direkt im Rücken. Wie kann ein Stürmer nun erfolgreich handeln? Dein Ziel als Stürmer sollte sein, möglichst schnell mit dem Ball in eine frontale Position zum Verteidiger zu gelangen. Um beim Freilaufen Raum zu gewinnen, kannst du dich vom Gegner mit dem Arm abdrücken und dann das Anspiel deutlich fordern. Jetzt ist es optimal, die Ballannahme direkt mit einer Drehung zum Gegner zu verbinden. Deckt der Gegner weiterhin eng, blockst du den Ball mit der Sohle ab und hältst deinen Körper breit zwischen Ball und Gegner. Dabei kannst du Körperkontakt zum Gegner suchen und dich in den Gegenspieler hineindrehen.
Im torgefährlichen Bereich wird ein Stürmer meistens sehr eng gedeckt. Welche Möglichkeiten gibt es, sich vom Verteidiger zu lösen? Ganz wichtig ist das Timing zu deinem ballführendem Mitspieler. Du solltest immer Blickkontakt halten, um den richtigen Zeitpunkt für deine Freilaufbewegung zu erkennen. Mit einer Konterbewegung kannst du dann den Gegner täuschen und einen Vorsprung erlangen. Bei der Konterbewegung läufst du dich zunächst in eine Richtung frei, stoppst diese Bewegung dann aber und bietest dich in entgegen gesetzter Richtung an. Ich habe den Gegner auch häufig durch ein unbeteiligtes Verhalten getäuscht. Plötzlich bin ich dann aber explosiv zum Ball hin angetreten.
Gibt es allgemein gültige Regeln, wie sich ein Stürmer vor dem gegnerischen Tor verhalten sollte? Eine erste Regel ist, dass du deinen Reaktionsvorsprung immer entschlossen ausnutzen solltest. Sobald du Spielraum vor dem Tor hast, musst du als Stürmer auch zum Torabschluss kommen. Zweite Regel ist, als Stürmer schnell und direkt abzuschließen. So erzielte Fredi Bobic in der letzten Saison 12 seiner 14 Treffer direkt mit dem ersten Ballkontakt. Dabei ist es wichtig, nur den Ball vor dem Torschuss lange und genau zu beobachten. Die Position des Tores muss dem Stürmer bekannt sein. Letzte Regel ist, dass du Flanken von der rechten Seite immer mit dem rechten Fuß und Zuspiele von links immer mit dem linken Fuß abschließen solltest.
Im modernen Fußballspiel wird im Angriff viel mit Flanken und langen Flugbällen in die Spitze gespielt. Deshalb ist ein perfektes Kopfballspiel für einen guten Stürmer unerlässlich. Was ist beim Offensivkopfball zu beachten? Um mit einem Kopfball Tore erzielen zu können, ist das Timing ganz entscheidend. Timing bedeutet, dass du so zum Ball anläufst und abspringst, dass du diesen in deinem höchsten Sprungpunkt treffen kannst. Optimal kannst du das Timing am Kopfballpendel erlernen und üben. Köpfst du nach einem Anlauf, hast du den Vorteil, dass du den Ball höher und mit mehr Schwung treffen kannst. Wird ein Ball scharf geflankt, reicht es aus, wenn du deinen Kopf nur an den Ball hältst und so dessen Flugrichtung änderst.
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